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Via 1.1

Knapp 6 Monate nach der Veröffentlichung unseres Visualisierungs- und Analyseprogramms via haben wir nun das erste grössere Update freigegeben. Die neue Version steht ab sofort zum Download zur Verfügung.

Die drei wichtigsten Neuerungen sind sicherlich die umfangreichen Darstellungsmöglichkeiten für Netzwerke, die verbesserten Analysefähigkeiten für Zählstellenvergleiche sowie die Reduktion des Speicherverbrauchs für grosse Szenarien.

Netzwerkdarstellung

Neu kann das Netzwerk nach einer Vielzahl von Attributen unterschiedlich dargestellt werden. Konnten bislang Kanten nur auf Grund der zugelassenen Verkehrsmittel unterschiedlich eingefärbt werden, so sind nun sowohl Farbe als auch Breite einer Kante in Abhängigkeit von Kapazität, zugelassener Geschwindigkeit, Verkehrsmittel oder Anzahl Fahrspuren unterschiedlich darstellbar. Zusätzliche Kanten-Attribute wie beispielsweise Link Volumes oder auch die neuen Link Volume Differences werden nun ebenso in den Netzwerkeinstellungen zur Auswahl angeboten und können somit zur Darstellung von Netzwerken verwendet werden.

Zählstellenvergleiche

Die CarCounts-Erweiterung erlaubt nun eine umfangreiche Analyse einzelner oder auch mehrerer Zählstellen. Zählstellen können dabei aktiviert oder deaktiviert werden, um sie von der Analyse ein- oder auszuschliessen. Dies ist insbesondere dann nützlich, wenn Zählstellen am Rande oder sogar ausserhalb des Untersuchungsgebiets ausgeschlossen werden sollten, da diese in meisten Fällen nicht von Belang sind.

Verbesserter Speicherverbrauch

Wir haben den Speicherverbrauch eines Modells typischer Grössenordnung gemessen. Das Modell besteht aus einem Netzwerk mit ca. 1.3 Mio. Kanten, 100 Mio. Events und knapp 1 Mio. Agenten. Geladen wurden der Vehicles und der Activities Layer. Wie aus untenstehender Grafik erkenntlich ist, braucht via 1.1 knapp ein Drittel weniger Speicher als noch Version 1.0.

Created January 20, 2012
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Tempo 80 schlägt hohe Wellen

Der Bund schlägt vor, bei stark befahrenen Autobahnen Tempo 80 einzuführen, um den Verkehr flüssig zu halten. Siehe dazu den Bericht im 10vor10 (SF.tv). Im Tagesanzeiger wurde dazu unter anderem Senozon zu ihrer Expertenmeinung befragt (Tagesanzeiger.ch). Die vorgeschlagene Massnahme schlägt hohe Wellen. Dies sieht man nicht zuletzt auch an den 274 Kommentaren bis heute morgen.

Created November 11, 2011

Prototyping in Los Angeles

Visiting University of Santa Barbara at beginning of October 2011, we were spending a little time to integrate MATSim into the given mobility demand model (CEMDAP). As a first step, we built a prototype scenario for Los Angeles to simulate and visualize one per mill of the population.

Created October 24, 2011

BSL Transportation Forum

Letzte Woche fand das BSL Transportation Forum statt, ein kleiner aber sehr feiner Anlass der BSL Transportation Consultants. Senozon hatte die Möglichkeit, agentenbasierte Verkehrssimulationen als Lösungsansatz zur Beantwortung komplexer verkehrsplanerischer Fragen im öffentlichen Verkehr vorzustellen.

Bei herrlichstem Herbstwetter entstanden viele interessante Diskussion durch die sehr engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an BSL für die Organisation des Anlasses und an alle Teilnehmenden für die interessanten Vorträge und Diskussionen.

 

Bild: Blick vom Veranstaltungsort aus auf die Elbe

Created October 05, 2011

CH Open Source Awards

senozon - Nominiert für den CH Opoen Source Award in der Kategorie "Business Case"Wie im letzten Blogeintrag erwähnt, wurde Senozon für die Schweizer Open Source Awards nominiert. Für den Sieg gereicht hat es leider nicht. An der Preisverleihung im Hub Zürich wurden dafür andere Projekte, Personen und Unternehmen ausgezeichnet, welche die Preise auf jeden Fall auch verdient haben.

Created September 27, 2011
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Senozon nominiert für CH Open Source Awards

Senozon gehört zu den Nominierten des diesjährigen Schweizer Open Source Awards in der Kategorie "Business Case". Ohne MATSim, der quell-offenen Verkehrs- und Verhaltenssimulation, wäre Senozon nicht in der Lage, ihre vielfältigen Dienstleistungen anbieten zu können. Im Gegenzug unterstützt Senozon die Mitglieder der MATSim-Community tatkräftig und übernimmt zentrale Code-Maintenance- und Support-Aufgaben, wodurch eine ideale Interaktion zwischen Open Source Gemeinschaft und kommerzieller Verwertung entsteht, von welcher alle Seiten (Community, Firma, Kunden) profitieren. Wir sind nun gespannt auf die Preisverleihung, welche am 13. September im Hub Zürich stattfinden wird.

Created August 25, 2011
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Stau in Bern

In und um Bern wird zur Zeit gerade viel an Strassen geplant und gebaut. Entsprechend gross ist das Interesse an Verkehrsthemen, insbesondere wenn es um Verkehrsstaus geht – den wer war nicht schon mal von einem Stau betroffen?

Auch die Berner Zeitung hat «Einstein» geschaut und sich an unserer Visualisierung des Verkehrs im Grossraum Bern erfreut und entschieden, ihren Online-Lesern die Visualisierung der Stauentwicklung (Link zum Onlineartikel) ebenfalls vorzustellen.

Created July 28, 2011

Verkehrs-Visualisierung für "Einstein"

Das Schweizer Fernsehen strahlt in regelmässigen Zeitabständen das Wissensmagazin "Einstein" aus. In der gestrigen Ausgabe war das Thema "Die Schweiz: Ein Land von Pendlern". senozon konnte dafür eine Visualisierung aus einer Verkehrssimulation erstellen, welche den im Beitrag angesprochenen Raum nördlich von Bern zeigt. In der Visualisierung sind einzelne Fahrzeuge erkennbar und es wird gezeigt, wie sich morgens in der Region Bern typischerweise Staus bilden (dargestellt durch rote Fahrzeuge).

Der entsprechende Filmbeitrag kann auch auf der Website der Sendung angeschaut werden. Die angesprochene Visualisierung ist ab Zeitpunkt 02:18 zu sehen.

Created July 01, 2011

"Die Fahrzeuge verkehren in unregelmässigen Abständen"

Auch wenn in Zürich der Streik bei Tram- und Busfahrerinnen und -fahrer für's Erste abgewendet ist, kann man sich ja dennoch fragen, was wäre passiert wenn... Diese Frage hat sich auch der Tages-Anzeiger gestellt. In der Antwort wird dann erwähnt:

Die Folge des Dienstes nach Vorschrift: Es kommt zu erheblichen Verspätungen einzelner Trams oder Busse. An Haltestellen könnten innerhalb weniger Minuten mehrere Fahrzeuge der gleichen Linie halten und danach könnte während bis zu 20 Minuten keines mehr vorbeikommen. Durch die langen Wartezeiten wären die ersten Trams oder Busse, die eine Station erreichen, massiv überfüllt, spätere wären praktisch leer.

[Quelle: www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/story/11473487]

In der Fachwelt wird dieses Phänomen als "Pulk-Bildung" oder auch "bus bunching" bezeichnet. Das Gemeine dabei ist, dass wenn das Problem einmal aufgetreten ist, es sich tendenziell eher noch verstärkt. Dies lässt sich gut an einem einfachen Beispiel veranschaulichen, wie es auch in unseren Modellen abgebildet wird. Im folgenden kurzen Film ist eine Buslinie zu sehen, auf der alle 5 Minuten ein Fahrzeug von links nach rechts fährt. Die Anzahl der Passagiere ist durch die Grösse der sich bewegenden Balken symbolisiert. An jeder Haltestelle (dargestellt durch die kleinen Kreise) wollen Personen zusteigen, wobei an jeder Haltestelle jede Minute die gleiche Anzahl Personen neu dazukommt (eine für Stosszeiten durchaus zutreffende Annahme). Nun ist aber der Bus, der um 7:45 losfahren sollte, um eine Minute verspätet. Dadurch warten natürlich mehr Personen an der Haltestelle, der Bus muss länger warten, bis alle eingestiegen sind, und kriegt so noch mehr Verspätung. Was dann passiert... beobachten Sie es doch selbst:

Die anfängliche Verspätung nimmt im Laufe der Zeit immer mehr zu. Der nachfolgende (wieder pünktliche) Bus jedoch ist auf einmal schneller unterwegs: Klar, weil der voranfahrende Bus Verspätung hatte, warten weniger Leute an der Haltestelle, und der pünktliche Bus kann schneller weiterfahren. Dadurch kann es dann auch passieren, dass er den voranfahrenden Bus einholt – die Leute versuchen lieber noch in den ersten Bus einzusteigen und halten diesen dabei noch länger auf, als ein paar Sekunden später in den folgenden, fast leeren Bus einzusteigen.

Übrigens: Im Normalfall liegt es vermutlich nicht an der Fahrerin oder dem Fahrer eines Bus oder Trams, dass ein Fahrzeug zu spät an einer Haltestelle los fährt und somit eine Pulkbildung startet. Viel öfters bleiben Passagiere in der Tür oder auf dem Trittbrett stehen und warten, bis auch die letzte angerannt kommende Person einsteigen konnte oder ihr Ticket am Automaten gelöst hat... Das nächste Mal also nicht noch auf den Tür-Öffnen-Knopf drucken, wenn noch jemand angesprungen kommt. Die Passagiere nach Ihnen danken es Ihnen – ausser der einen Personen vielleicht ;-)

Created May 11, 2011

Routenberechnung und Geschwindigkeiten

Welches ist der beste Weg von A nach B? Diese Frage wird nicht nur millionenfach in unseren Verkehrssimulationen gestellt und beantwortet, sondern muss z.B. auch von Navigationsgeräten möglichst gut beantwortet werden können. Doch was ist der "beste" Weg? Der schnellste? Der kürzeste? Der am wenigsten stauanfällige? In den meisten Fällen ist die schnellste Route die gewünschte – jedoch nicht die allgemein schnellstmögliche Strecke, sondern die aktuell schnellste Route. Dies bedeutet, dass man nur ungern die Zeit in einem Stau verbringen möchte, wenn man auf einer Nebenstrasse schneller vorankäme, auch wenn dort ein tieferes Tempolimit gilt.

Aus diesem Grund sammelt beispielsweise der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeiten auf Strassenabschnitten. Dies erlaubt es TomTom, Staus zu erkennen, und somit bei entsprechend ausgerüsteten Navigationsgeräten diese Stau-Information bei der Routensuche zu berücksichtigen. Zudem stellt TomTom mit Live Traffic die entsprechenden Informationen auch im Internet zum Abruf bereit.

Solche Durchschnittsgeschwindigkeiten sind jedoch nicht nur zum aktuellen Zeitpunkt interessant. Durch die Analyse solcher Geschwindigkeitsprofile von Strassenabschnitten über mehrere Tage oder Wochen können auch Strecken erkannt werden, wo sich regelmässig zu Stosszeiten Fahrzeuge stauen. Diese Information ist dann nicht nur für die Routenberechnung interessant, sondern kann beispielsweise auch von Verkehrsplaner verwendet werden, um Stau-Orte zu erkennen und entsprechende Gegenmassnahmen vorzuschlagen.

Einen weiteren Verwendungszweck für solche Durchschnitts-Geschwindigkeiten hat die niederländische Regierung gefunden. Sie hat die Daten analysiert und festgestellt, auf welchen Strassenabschnitten die Durchschnitts-Geschwindigkeit offenbar regelmässig über dem zulässigen Tempolimit liegt und dort kurzerhand Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. TomTom und die Autofahrer hat's wohl nicht so gefreut, die Kosten für den Kauf der Geschwindigkeitsdaten dürften aber vermutlich schnell wieder eingenommen worden sein. ;-)  (gefunden via heise.de und Golem)

Created April 29, 2011