April 2011

Routenberechnung und Geschwindigkeiten

Welches ist der beste Weg von A nach B? Diese Frage wird nicht nur millionenfach in unseren Verkehrssimulationen gestellt und beantwortet, sondern muss z.B. auch von Navigationsgeräten möglichst gut beantwortet werden können. Doch was ist der "beste" Weg? Der schnellste? Der kürzeste? Der am wenigsten stauanfällige? In den meisten Fällen ist die schnellste Route die gewünschte – jedoch nicht die allgemein schnellstmögliche Strecke, sondern die aktuell schnellste Route. Dies bedeutet, dass man nur ungern die Zeit in einem Stau verbringen möchte, wenn man auf einer Nebenstrasse schneller vorankäme, auch wenn dort ein tieferes Tempolimit gilt.

Aus diesem Grund sammelt beispielsweise der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeiten auf Strassenabschnitten. Dies erlaubt es TomTom, Staus zu erkennen, und somit bei entsprechend ausgerüsteten Navigationsgeräten diese Stau-Information bei der Routensuche zu berücksichtigen. Zudem stellt TomTom mit Live Traffic die entsprechenden Informationen auch im Internet zum Abruf bereit.

Solche Durchschnittsgeschwindigkeiten sind jedoch nicht nur zum aktuellen Zeitpunkt interessant. Durch die Analyse solcher Geschwindigkeitsprofile von Strassenabschnitten über mehrere Tage oder Wochen können auch Strecken erkannt werden, wo sich regelmässig zu Stosszeiten Fahrzeuge stauen. Diese Information ist dann nicht nur für die Routenberechnung interessant, sondern kann beispielsweise auch von Verkehrsplaner verwendet werden, um Stau-Orte zu erkennen und entsprechende Gegenmassnahmen vorzuschlagen.

Einen weiteren Verwendungszweck für solche Durchschnitts-Geschwindigkeiten hat die niederländische Regierung gefunden. Sie hat die Daten analysiert und festgestellt, auf welchen Strassenabschnitten die Durchschnitts-Geschwindigkeit offenbar regelmässig über dem zulässigen Tempolimit liegt und dort kurzerhand Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. TomTom und die Autofahrer hat's wohl nicht so gefreut, die Kosten für den Kauf der Geschwindigkeitsdaten dürften aber vermutlich schnell wieder eingenommen worden sein. ;-)  (gefunden via heise.de und Golem)

Erstellt am 29. April 2011

MATSim User Meeting 2011

Letzte Woche fand in Berlin das jährliche MATSim User Meeting statt. MATSim, das ist die Verkehrssimulation, welche die Basis bildet für die von Senozon generierten Verkehrsdaten und die von senozon erstellten Verkehrsmodelle. Am User Meeting traf sich ein bedeutender Teil der MATSim Anwender- und Entwickler-Gemeinschaft. So waren dieses Jahr neben Personen aus Deutschland und der Schweiz auch Personen aus den Niederlanden, USA, Kanada, Polen, Südkorea sowie weiteren Ländern anwesend.

Die Vorträge deckten eine grosse Bandbreite ab und reichten von der Vorstellung von aktuell entwickelten Features bis zu vielfältigen Anwendungen von MATSim. senozon hatte einerseits die Möglichkeit, sich als Firma und neuer (aber eigentlich bisheriger) Player im MATSim-Umfeld vorzustellen, ein aktuelles Projekt vorzustellen (Modellierung des öffentlichen Verkehrs in Berlin, mehr dazu demnächst an dieser Stelle), sowie auch einen Überblick über den aktuellen Status von MATSim zu geben.

Herzlichen Dank an dieser Stelle ans VSP, TU Berlin, für die Organisation und Durchführung des Anlasses. Neben dem offiziellen Teil mit den Vorträgen blieb in den Pausen und beim gemeinsamen Abendessen auch noch genügend Zeit für viele interessante Gespräche und Projektideen. Mal sehen, was sich daraus alles entwickelt.

Erstellt am 13. April 2011